Ratgeber Drogen & Cannabis

MPU wegen Drogen und Cannabis

Seit dem Cannabisgesetz gelten neue Regeln. Viele Infos im Netz sind veraltet. Hier findest du den aktuellen Stand.

Kurz gesagt

Bei harten Drogen führt schon ein einmaliger Konsum zum Entzug des Führerscheins, für die MPU sind meist 12 Monate Abstinenznachweis nötig. Bei Cannabis gelten seit 2024 eigene Regeln (§ 13a FeV): Eine MPU droht vor allem bei Hinweisen auf Missbrauch, also wenn Konsum und Fahren nicht sicher getrennt werden, und bei wiederholten Verstößen.

Cannabis: Was seit 2024 gilt

Mit dem Cannabisgesetz (KCanG) hat sich auch das Fahrerlaubnisrecht geändert. Viele Informationen im Internet sind deshalb veraltet. Der alte Grenzwert von 1,0 ng/ml gilt nicht mehr, und gelegentlicher Konsum allein führt nicht mehr automatisch zur MPU.

THC-Grenzwert3,5 ng/ml THC im Blutserum (§ 24a StVG, seit August 2024)
Fahranfänger & unter 21Absolutes Cannabisverbot am Steuer (§ 24c StVG)
MPU wird angeordnet beiHinweisen auf Cannabismissbrauch (Konsum und Fahren werden nicht sicher getrennt), wiederholten Verstößen unter Cannabiseinfluss, früherem Entzug wegen Cannabis oder offener Frage, ob Missbrauch oder Abhängigkeit beendet ist (§ 13a FeV)
Ärztliches GutachtenWenn Tatsachen auf eine Cannabisabhängigkeit hindeuten
MischkonsumCannabis zusammen mit Alkohol wird deutlich strenger bewertet

Beim ersten Verstoß ohne weitere Auffälligkeiten verlangen Gerichte in der Regel zusätzliche Tatsachen, bevor eine MPU angeordnet werden darf. Die Behörden wenden das aber noch nicht überall einheitlich an. Lass deinen Bescheid deshalb prüfen und hol dir im Zweifel anwaltlichen Rat.

Harte Drogen: Amphetamin, Kokain, Ecstasy & Co.

Bei sogenannten harten Drogen genügt schon der einmalige nachgewiesene Konsum, um die Fahreignung zu verneinen, auch ohne Fahrt unter Einfluss. Für die Neuerteilung erwarten Gutachter in aller Regel einen lückenlosen Abstinenznachweis über 12 Monate, bei Abhängigkeit zusätzlich eine Therapie.

Was der Gutachter wissen will

  • Wie sah dein Konsum aus: wie oft, welche Substanzen, in welchen Situationen?
  • Was waren die Gründe, und wie gehst du heute damit um?
  • Bei Cannabis: Wie stellst du sicher, dass du nie wieder unter Einfluss fährst?
  • Sind deine Abstinenzbelege lückenlos und passen sie zu deiner Geschichte?

So bereiten wir dich vor

  • Wir prüfen, welches Abstinenzprogramm du brauchst und ab wann du starten solltest
  • Wir arbeiten die Ursachen deines Konsums ehrlich auf
  • Wir erarbeiten Strategien, die im Alltag wirklich tragen
  • Wir üben das Gespräch, bis du sicher und glaubwürdig auftrittst

Rechtsstand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

FAQ

Fragen zur Drogen- und Cannabis-MPU

Muss ich nach einer Cannabisfahrt zur MPU?

Nicht automatisch. Seit dem Cannabisgesetz 2024 regelt § 13a FeV die MPU bei Cannabis gesondert. Eine MPU wird angeordnet, wenn Hinweise auf Missbrauch bestehen (Konsum und Fahren werden nicht sicher getrennt), bei wiederholten Verstößen unter Cannabiseinfluss, nach einem früheren Entzug wegen Cannabis oder wenn geklärt werden muss, ob Missbrauch oder Abhängigkeit beendet ist.

Welcher THC-Grenzwert gilt beim Autofahren?

Seit August 2024 gilt ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum (§ 24a StVG). Für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren gilt ein absolutes Cannabisverbot am Steuer (§ 24c StVG).

Brauche ich bei harten Drogen einen Abstinenznachweis?

Ja, in aller Regel. Bei Amphetamin, Kokain, Ecstasy oder Heroin reicht schon der einmalige Konsum für den Entzug der Fahrerlaubnis. Für die MPU erwarten Gutachter meist einen lückenlosen Abstinenznachweis über 12 Monate, je nach Fall auch länger.

Mo–Fr 9–19 Uhr · Sa 9–12 Uhr

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